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Die Vierte wächst über sich selbst hinaus ...

Geschrieben von: Martin Birker    Montag, den 14. November 2011

TuS Westfalia Kamen 3.M - ASV Hamm 4.M (13.11.11: Endstand: 19 : 31, HZ: 12 : 16)

Aus einer Bierlaune heraus hatte die Vierte des ASV Hamm kurz überlegt, sich für die Begegnung in Kamen am Sonntag, dem 13.11. mit Chen Pomeranz zu verstärken, der sich in der Ersten zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht festgespielt hatte. Aber nach seinem tollen Einstand in Emsdetten beschloss das Team doch, Chen für Mittwoch lieber zu schonen und die Partie mit dem angestammten Personal zu bestreiten.

Um gegen den derzeitigen Drittplatzierten nicht gleich an Boden zu verlieren, begannen die Gäste aus Hamm in der Kamener Friedrich-Ebert-Halle sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff konzentriert. In den ersten zehn Minuten egalisierten beide Teams einen Rückstand postwendend wieder und blieben auf Augenhöhe. Gegen Mitte der ersten Halbzeit kam vor allem der Hammer Rückraum mit der defensiven Kamener Abwehr im besser zurecht, wobei besonders Sebastian Gröning mit wuchtigen und platzierten Treffern seine Duftmarke setzte.
Jeder Angriff der ASV-ler wurde mit einer vom Spielgestalter Roger Korz angesagten Aktion eingeleitet, aus der sich immer wieder schöne Spielzüge ergaben, die mehrheitlich erfolgreich abgeschlossen wurden. Um den sich entwickelnden Vorsprung der Gäste nicht zu deutlich werden zu lassen, versuchte Kamen gegen Ende des ersten Abschnitts durch offensivere Abwehr und Manndeckung gegen Rückraum Mitte das gut organisierte Angriffsspiel der Gäste zu stören. Doch anders als noch eine Woche zuvor gegen Bork, konnten das Team aus Hamm den Gastgeber weiter kontinuierlich unter Druck setzen, weil die Angriffskombinationen organisiert vorgetragen wurden und sich die Laufbereitschaft auch ohne Ball deutlich verbessert hatte. So nahm Hamm eine 12:16-Führung mit in die Pausenbesprechung, die im zweiten Abschnitt unbedingt verteidigt werden sollte.

Hatte man noch vor dem Spiel die Marschrute ausgegeben, gegen den nach der Papierform stärkeren Gastgeber mit Anstand zu verlieren und einen eventuellen Überraschungserfolg dankend hinzunehmen, so merkte Hamms Vierte nun, dass hier noch mehr zu holen war.
Kamen versuchte zu Beginn der zweiten Hälfte das Blatt über höheres Tempo und zweite Welle zu wenden, doch die gut positionierte Abwehr der Gäste ließ auch hier wenig zu, zumal der nun etwas schwächelnde Torwart Martin Birker seinen Platz für Uwe Stelter freimachte, der in den letzten 20 Minuten des Spiels ganze drei Treffer der Gastgeber zuließ. Und im Angriff fluppte es weiterhin für Hamm bestens: Der an diesem Sonntagnachmittag fangsichere Kreisläufer Udo Kluh verwertete fünf der einfallsreich vorbereiteten Anspiele ebenso wie Heiner Hegemann, der ebenfalls mehrfach aus der Nahwurfzone punktete. Der sich nun immer deutlicher abzeichnende Auswärtserfolg für Hamm ist einer kompakten Mannschaftsleistung zu danken, zu der jeder seine Anteile beitrug, sei es Wolle Hudasch, der sich Kontern auch in schneller Folge nicht verweigerte und seinen obligaten Heber zumindest im zweiten Versuch einnetzte oder Manni Schmidt, der von außen auch unmögliche Treffer landete. Und mit Franz Nordendorf und Ingo Baumheinrich auf halblinks bzw. halbrechts entwickelte Hamm den nötigen Druck auf die Abwehr der Gastgeber, die gegen Ende der Partie durch Kreutzen und Parallelstöße der Hammer immer öfter den Überblick verloren. Auch wenn Sascha Janke an diesem Tag keinen Zähler verbuchen konnte, war er im Hammer Abwehrzentrum die sichere Bank, die vor dem Hammer Tor dicht machte.
Die Vielzahl der wirklich sehenswerten Spielzüge der Hammer scheinen auch dem souveränen Schiri der überaus fair ausgetragenen Partie gefallen zu haben, der hin und wieder eingestreutes einfallsloses Querspielen vor der Kamener Abwehr sofort mit Zeitspielandrohung kennzeichnete und das Team damit zu weiteren ideenreichen Angriffen anstachelte.

So konnte Hamms Vierte auch dank einer cleveren Wechselpolitik von Interimscoach Reiner Köppelmann alias Trämpi, der den verhinderten Trainer Michael Rosendahl vertrat, schließlich mit 12 Toren mehr von der Platte gehen. Bleibt noch nachzutragen, dass Trämpi während der gesamten Partie die Coachingzone hundertfach komplett abgeschritten ist und ebenso schweißgebadet wie seine glücklichen Spieler eine regenerierende Dusche nötig hatte.

An die Nachbesprechung der Partie bei Eckardt hat der Autor dieses Berichts nur noch nebulöse Erinnerungen und schweigt dazu lieber.

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